Heinrich Mann: In einer Familie. Roman

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„In einer Familie“ von Heinrich Mann zeichnet die Geschichte eines Mannes, der nach Jahren unsteten Lebens endlich die richtige Frau zu finden glaubt.

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Beschreibung

In einer Familie

Der Roman „In einer Familie“ von Heinrich Mann zeichnet die Geschichte des 32-jährigen Wellkamp, der nach Jahren unsteten Wanderlebens in der 17-jährigen Anna von Grubeck endlich die Frau zu finden glaubt, die ihm die ersehnte „Hafenruhe“ schenken kann. Anna wirkt ernst, klug und selbstbewusst. Auch ihr Vater, der pensionierte Major von Grubeck, ist für die Verbindung der beiden. Materielle Sorgen kennt keine der Figuren: Wellkamp lebt von einem großzügigen Erbe, der Major von den Zuwendungen seines argentinischen Schwiegervaters, der froh war, seine schwierige Tochter Dora einst nach Europa gegeben zu haben.

Dora, die zweite Frau des Majors, führt ein isoliertes, unglückliches Leben im Halbdunkel ihres Boudoirs. Zwischen ihr und Anna besteht eine stumme Feindschaft, die kaum Worte, aber umso mehr Blicke kennt. Als Anna und Wellkamp nach einer stillen Hochzeit in die Nachbarwohnung des Majors ziehen – verbunden durch eine Tür, die durch Doras Zimmer führt –, verschärft sich die Spannung. Während das junge Paar in Berlin die Flitterwochen verbringt, wandelt sich Dora zur scheinbar milden, mütterlichen Frau. Wellkamp beginnt, sie in einem neuen Licht zu sehen – und verliebt sich verbotenerweise in seine Schwiegermutter.

Eine gefährliche Affäre entsteht, geprägt von Sehnsucht, Selbsttäuschung und Doras verzweifeltem Wunsch nach spätem Lebensglück. Schließlich entdecken der Major und Anna die Beziehung…

 

Heinrich Mann (*27. März 1871 in Lübeck; †11. März 1950 in Santa Monica, Kalifornien) war ein deutscher Schriftsteller aus der bekannten Familie Mann. Als älterer Bruder von Thomas Mann stand er später oft im Schatten dessen wachsender Berühmtheit, die seit den 1920er Jahren Heinrichs eigene frühe Erfolge überstrahlte.

Sein erzählerischer Stil orientierte sich stark am französischen Roman des 19. Jahrhunderts. Viele seiner Werke verfolgen eine deutlich gesellschaftskritische Absicht; insbesondere die frühen Texte sind scharfzüngige Satiren auf die bürgerliche Doppelmoral, der Mann – beeinflusst von Friedrich Nietzsche und Gabriele D’Annunzio – eine ästhetische, der Kunst verpflichtete Gegenwelt entgegensetzte.

In mehreren seiner Arbeiten setzte er sich kritisch mit den autoritären Strukturen des wilhelminischen Kaiserreichs auseinander. Daraus gingen unter anderem die Gesellschaftssatire Professor Unrat sowie die später als Kaiserreich-Trilogie bezeichneten Romane Der Untertan, Die Armen und Der Kopf hervor, von denen besonders der erste als künstlerisch gelungen gilt. Im Exil schuf Mann zudem seine bedeutendsten Romane: Die Jugend des Königs Henri Quatre und Die Vollendung des Königs Henri Quatre.

Neben seinen erzählerischen Werken war Mann ein produktiver Essayist und Publizist. Er bekannte sich früh zur Demokratie, wandte sich von Anfang an gegen den Ersten Weltkrieg und stellte sich schon früh dem aufkommenden Nationalsozialismus entgegen – dessen Anhänger 1933 seine Bücher öffentlich verbrannten.



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